9. August 2013

Das Wassermelonen-Prinzip: Aussen grün, innen rot


Kürzlich hab ich auf PMHut den Bericht über das Wassermelonen Prinzip gelesen. Eigentlich ein ganz einfaches Prinzip: Das Projekt wird gegenüber dem Auftraggeber als „grün – alles on Track“ dargestellt. Aber beim genauen Hinschauen merkt man, dass das Projekt komplett in Schieflage steht – aussen grün, innen rot.

Der Schein trügt

Ich habe solche Projekte schon oft erlebt. Projekte, die schön dargestellt werden, aber eigentlich ein sinkendes Schiff sind. Ich frage mich bei solchen Situationen immer wieder: Wie kann es dazu kommen? Es ist ja nicht im Interesse des PLs, Dinge zu verschönern, obwohl eigentlich Handlungsbedarf da ist. Das wäre eine ziemlich schlechte Eigenschaft des Projektleiters. Und doch kommen solche Situationen vor.

Mögliche Begründung

Mögliche Gründe für das Auftreten des Wassermelonenprinzips könnten sein:
  • Mangelnde Erfahrung des Projektleiters: Der Projektleiter sieht das Rote tatsächlich nicht, weil es vielleicht sein erstes Projekt ist und er kein verlässliches Projektteam und/oder Coach hat
  • Das Projektteam verschleiert den Fortschritt (siehe auch Beitrag hier). Es kann durchaus mal vorkommen, dass das Projektteam eine komplette Fehleinschätzung des Fortschrittes macht, der Projektleiter aber im Glauben ist, dass alles ok ist. Der Projektleiter muss sein Team sehr gut kennen um zu wissen, ob die Aussagen korrekt sind, oder nicht. Auch hilft, selbst ein Auge auf das Resultat zu werfen ;o)
  • „Unangenehme“ Aussagen aus dem Management können auf den Projektleiter (und das Team) einen Druck ausüben, der den Projektleiter dazu verleitet, falsche Aussagen zu machen, nur um einer weiteren Diskussion zu entgehen
  • Zu viele Aufgaben wurden parallel eingeplant. Der Projektleiter tut sein Bestes, alles im Griff zu haben, aber das gelingt nur bedingt gut. Er reportet zwar alles auf Grün, da aber so viel gleichzeitig passiert, kriegt er erst zu spät mit, wenn es an einer Stelle eskaliert.
  • Inhaltliche Mitarbeit auf dem Projekt: Oft arbeitet der Projektleiter selbst auch inhaltlich im Projekt mit (z.B. Ausarbeitung Konzept oder Designberatung.) Der Projektleiter sieht dann plötzlich vor lauter Bäumen den Wald nicht. Auf Grund der vielen Meetings und der intensiven inhaltlichen Mitarbeit, hatte der PL fast keine Zeit mehr, das Projekt richtig zu steuern. Dass im Hintergrund die Kosten/Zeit massiv überschritten wurde, merkt er erst bei genauerer Auswertung. 

Fazit

Wassermelonen im Projekt sind zu vermeiden, sagen sie doch auch etwas über Ehrlichkeit des Projektleiters aus – eines der wichtigsten Eigenschaften eines PLs. Trotzdem können sich Wassermelonen bilden, ohne das der Projektleiter es merkt. Hier ist es natürlich toll, wenn z.B. erfahrene Leute aus dem Projektteam oder ein Coach auf diese hinweisen und dem Projektleiter helfen, diese raschmöglichst zu eliminieren.

1 Kommentar:

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